Wie eine digitale Plattform zeigt, wohin sich die Psychiatrie entwickelt - RecoveryCat
Dr. Jakob Kaminski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und CEO von Recovery Cat

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Die Psychiatrie verändert sich. Digitale Plattformen eröffnen neue Wege, um Patientinnen und Patienten zwischen Terminen sicher zu begleiten. In dieser Folge von docsdigital spricht Dr. Jakob Kaminski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie CEO von RecoveryCat, mit Alexandra Widmer darüber, wie digitale Begleitung Versorgungslücken schließt und wie Ärztinnen und Ärzte davon profitieren können.
Warum die Idee entstand
Der Auslöser war eine alltägliche Beobachtung. Viele Patientinnen verlassen die Sprechstunde mit einem Rezept und einem langen Beipackzettel. Danach sind sie allein. Nebenwirkungen treten auf, Medikamente werden abgesetzt, Rückfälle entstehen. Für Dr. Kaminski war klar, dass digitale Unterstützung gebraucht wird, die über die Terminzeit hinaus wirkt.
„Patientinnen verlassen mein Sprechzimmer mit einem Rezept für ein Medikament mit schweren Nebenwirkungen. Und sie sind dann erst einmal allein“, sagt er.
Aus dieser Erfahrung heraus entstand RecoveryCat.
Was RecoveryCat leistet
RecoveryCat ist eine digitale Therapiebegleitung für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen wie bipolarer Störung, Depression oder Schizophrenie. Die Plattform verbindet Patientinnen und Behandelnde über kontinuierliches Monitoring, individuelle Zielparameter und eine gemeinsame Auswertung.
Die Besonderheit liegt darin, dass Ärztinnen gemeinsam mit ihren Patientinnen festlegen, welche Themen und Symptome wichtig sind. Daraus entstehen persönliche Verlaufsdaten, die zeigen, was wirklich wirkt. Das können Schlaf, Stimmung oder Nebenwirkungen sein.
„Die Patienten bringen ihre Daten mit und können auf Augenhöhe mitsprechen“, sagt Kaminski. „Das verändert die Arzt-Patienten-Beziehung spürbar.“
Von der Forschung in die Praxis
RecoveryCat wurde an der Charité mitentwickelt und verbindet klinische Erfahrung mit wissenschaftlicher Genauigkeit. Gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse läuft ein Selektivvertrag, der die Nutzung und Auswertung auch vergütet. Ärztinnen und Ärzte können damit Patientinnen in einem strukturierten digitalen Setting begleiten, sowohl stationär als auch ambulant.
Das System ist individuell anpassbar und bietet Vorlagen für verschiedene Krankheitsbilder. Es eignet sich besonders für alle, die hybride Versorgung bereits leben oder schrittweise einführen wollen.
Warum Ärztinnen profitieren
Digitale Begleitung bedeutet nicht mehr Arbeit, sondern gezieltere Arbeit. RecoveryCat hilft, Trends früh zu erkennen, Medikationsverläufe zu beobachten und Krisen rechtzeitig zu erkennen, bevor sie zur Wiedereinweisung führen. Erste Auswertungen zeigen, dass Krankenhausaufenthalte und Rettungsstellenkontakte bereits sinken.
Für Ärztinnen und Ärzte ergibt sich daraus ein klarer Nutzen
• Strukturierte Auswertung, die die Behandlung nachvollziehbar macht
• Vergütung, die digitale Arbeit anerkennt
• Kontinuität, die Patientinnen auch zwischen Terminen stabil hält
Digitale Nähe als neue ärztliche Kompetenz
Digitale Tools ersetzen keine ärztliche Beziehung. Sie erweitern sie. RecoveryCat ist kein Algorithmus, der Entscheidungen trifft, sondern ein Werkzeug, das Beobachtungen sichtbar macht. Es stärkt die Selbstwirksamkeit der Patientinnen und die Sicherheit der Behandelnden.
„Es ist ein neues Miteinander“, sagt Kaminski. „Patientinnen und Ärzte gestalten Therapieziele gemeinsam. Das schafft Vertrauen und Stabilität.“
Fazit
Die Zukunft der Psychiatrie liegt in der Verbindung von ärztlicher Erfahrung, digitaler Kommunikation und menschlicher Nähe. RecoveryCat zeigt, wie das gelingen kann.
Wer Patientinnen kontinuierlich begleiten, Rückfälle vermeiden und gleichzeitig digitale Versorgung praktisch umsetzen möchte, sollte sich RecoveryCat ansehen.
Mehr Informationen unter www.recovery.cat

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