Was passiert wenn eine Ärztin Hello Professor und CRUSE App für Urtikaria baut?
Dr. Sophia Neisinger, Dermatologin an der Charite und Entrepreneurin

Inhalte von iTunes werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Zustimmen & anzeigen”, um zuzustimmen, dass die erforderlichen Daten an iTunes weitergeleitet werden, und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutz. Du kannst deine Zustimmung jederzeit widerrufen. Gehe dazu einfach in deine eigenen Cookie-Einstellungen.
Hello Professor und CRUSE App im Porträt
Was passiert, wenn eine Ärztin eine Plattform für digitale Patientenschulungen aufbaut und gleichzeitig eine App entwickelt, die international für das Monitoring chronischer Erkrankungen genutzt wird? Die Antwort gibt Dr. Sophia Neisinger in dem aktuellen Podcast docsdigital.
Sophia ist Ärztin an der Charité und gleichzeitig Unternehmerin. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen hat sie zwei digitale Lösungen mit echtem Versorgungspotenzial auf den Weg gebracht. Im Gespräch erklärt sie, wie daraus HelloProfessor und CRUSE entstanden sind, was sie in der Praxis verändern und worauf es bei der Entwicklung digitaler Anwendungen wirklich ankommt.
Digitale Schulung mit Hello Professor
Hello Professor ist eine Plattform für digitale Patientenschulungen, entwickelt von Ärztinnen für Patientinnen. Das Besondere daran ist die Kombination aus fundierter medizinischer Expertise und verständlicher Aufbereitung. Die Inhalte werden von klinisch tätigen Professorinnen und Professoren eingesprochen, auf Video aufgezeichnet und als Schulungskurse für verschiedene Indikationen aufbereitet.
Derzeit verfügbar sind Kurse zu Urtikaria, Psoriasis und Kinderwunsch. Weitere Erkrankungen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind in Planung. Die Inhalte richten sich direkt an Patientinnen und Patienten und sollen helfen, echte Gesundheitskompetenz aufzubauen. Ziel ist es, dass Krankenkassen den Zugang künftig direkt über ihre Apps ermöglichen.
CRUSE App für das Monitoring von Urtikaria
CRUSE ist eine ärztlich entwickelte Monitoring-App für Menschen mit chronischer Urtikaria. Sie wurde international ausgerollt und wird aktuell in über 30 Ländern genutzt – mit validierten Scores, Fotos, Verlaufskurven und automatisierten Reports für Ärztinnen und Ärzte.
Was die App besonders macht ist ihre klinische Anbindung. Daten werden nicht nur gesammelt, sondern konkret für Therapieentscheidungen verwendet. In der dermatologischen Sprechstunde etwa nutzen Ärztinnen die Reports aus der App zur Beantragung von Biologika oder zur Anpassung der Medikation. Die App ist kostenlos und bleibt es auch. Entwickelt wurde sie in enger Zusammenarbeit mit einem internationalen Urtikaria-Netzwerk.
Gamification und Adhärenz in der digitalen Versorgung
Ein zentrales Thema im Gespräch ist die Frage, wie man Patientinnen motiviert, digitale Tools regelmäßig zu nutzen. Sophia berichtet offen von ihren Learnings zum Thema Adhärenz. Einfache Routinen, Erinnerungen, Visualisierungen und Gamification-Elemente wie bei Duolingo spielen dabei eine große Rolle.
Gleichzeitig ist klar, dass Patientinnen mit chronischen Erkrankungen nicht täglich an ihre Symptome erinnert werden möchten. Die Balance zwischen Monitoring und Lebensqualität ist eine Herausforderung, die sich nicht allein technisch lösen lässt. Hier braucht es Fingerspitzengefühl und gute ärztliche Kommunikation.
Forschung mit echten Versorgungsdaten
Ein weiteres Thema der Folge ist die Nutzung von Real World Data. Die CRUSE App liefert standardisierte Daten in Echtzeit aus verschiedenen Ländern. Aktuell läuft eine erste klinische Studie an der Charité, in der der Nutzen digitaler Schulungen im Wissenszuwachs und im Krankheitsmanagement gemessen wird.
Das Besondere dabei ist die direkte Verbindung zwischen klinischer Forschung und technischer Umsetzung. Neue Fragen aus der Versorgung können innerhalb weniger Tage in die App integriert und mit tausenden Patientinnen getestet werden. Für Ärztinnen und Forscherinnen ergibt sich daraus ein neuer Zugang zu alltagsrelevanten Versorgungsdaten.
Was Kolleginnen wissen sollten die selbst gründen wollen
Zum Schluss gibt Sophia drei klare Empfehlungen für Kolleginnen und Kollegen, die selbst digitale Produkte entwickeln wollen
- Man braucht nicht sofort ein Medizinprodukt. Auch als Lifestyle App kann man starten und testen.
- Datenschutz ist wichtig, aber mit dem richtigen Partner lösbar.
- Es hilft sehr, sich frühzeitig mit Förderstrukturen oder pharmazeutischen Partnern zu vernetzen.
Besonders wichtig findet Sophia eines, einfach anfangen. Sie lädt alle Ärztinnen ein, die Lust auf digitale Versorgung haben, sich zu trauen, über den Tellerrand zu denken und sich zu vernetzen.
Linkedin zu Sophia

Inhalte von YouTube werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Zustimmen & anzeigen”, um zuzustimmen, dass die erforderlichen Daten an YouTube weitergeleitet werden, und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutz. Du kannst deine Zustimmung jederzeit widerrufen. Gehe dazu einfach in deine eigenen Cookie-Einstellungen.