DiGA im Versorgungsalltag - Erkenntnisse aus ImplementDiGA
Mit Dr. Madlen Scheibe, Leiterin des Forschungsbereichs Digital Health in Dresden

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Wie gut funktionieren digitale Gesundheitsanwendungen wirklich im Alltag? Und was brauchen Ärztinnen und Ärzte, damit DiGA nicht nur verordnet, sondern sinnvoll in die Versorgung integriert werden? Genau darüber spreche ich in dieser Folge von docsdigital mit Dr. Madlen Scheibe, Leiterin des Forschungsbereichs Digital Health am Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung in Dresden und Konsortialführerin des Forschungsprojekts ImplementDiGA.
Für mich ist das eine besonders wichtige Folge, weil sie sehr klar zeigt, worauf es bei digitalen Tools im Gesundheitswesen wirklich ankommt. Nicht auf Hype, sondern auf pragmatische, evidenzbasierte Lösungen, die im Alltag funktionieren und die Arzt Patient:innen Beziehung verbessern können.
Wichtiger Hinweis vorab,diese Episode wurde Ende November 2025 aufgenommen. Einige Aussagen im Gespräch, zum Beispiel zu Empfehlungen und geplanten Publikationen, beziehen sich deshalb auf den Stand vor der späteren Veröffentlichung weiterer Projektergebnisse.
Im Gespräch wird deutlich, dass DiGA längst mehr sind als ein Randthema der digitalen Medizin. Gleichzeitig zeigt die Versorgungsrealität, dass zwischen Zulassung und sinnvoller Anwendung im Alltag oft noch eine große Lücke liegt.
Dr. Madlen Scheibe berichtet aus dem Forschungsprojekt ImplementDiGA, das DiGA nicht nur aus einer Perspektive betrachtet, sondern die Erfahrungen und Einschätzungen von Patient:innen, Ärzt:innen, Krankenkassen, Herstellenden und weiteren Beteiligten zusammenführt. Genau dieser multiperspektivische Blick ist entscheidend, wenn wir verstehen wollen, warum digitale Gesundheitsanwendungen in manchen Situationen hilfreich sind und an anderen Stellen noch nicht ihr volles Potenzial entfalten.
Es geht um Evidenz, um Transparenz, um die Qualität von Zulassungsstudien, um Versorgungspfade und um die praktische Frage, wie sich digitale Anwendungen so in den Alltag integrieren lassen, dass sie für Patient:innen und Behandelnde wirklich einen Mehrwert schaffen.
Besonders spannend finde ich die Perspektive der Patient:innen. Denn hier zeigt sich, dass DiGA einen konkreten Nutzen haben können, etwa wenn sie helfen, die eigene Erkrankung besser zu verstehen, die Gesundheitskompetenz zu stärken oder den Umgang mit Beschwerden im Alltag zu erleichtern. Gleichzeitig macht die Folge sehr klar, dass digitale Versorgung nur dann funktioniert, wenn Menschen in die Lage versetzt werden, qualitätsgesicherte und evidenzbasierte digitale Versorgungsangebote überhaupt erkennen und einordnen zu können. Gerade in einer Zeit, in der immer mehr digitale Gesundheitsangebote und KI gestützte Anwendungen auf den Markt kommen, ist das ein zentraler Punkt. Es reicht nicht, dass ein Tool modern wirkt oder leicht zugänglich ist. Entscheidend ist, ob es seriös ist, auf belastbarer Evidenz beruht und sinnvoll in die Versorgung eingebettet werden kann.
Auch für Ärztinnen und Ärzte enthält diese Folge viele wichtige Impulse. Eine DiGA ist keine Einbahnstraße. Sie entfaltet ihren Nutzen vor allem dann, wenn vorab geklärt wird, für wen sie geeignet ist, was realistisch erwartet werden kann und wie Begleitung und Rückmeldung im Verlauf aussehen sollen. Wenn strukturierte Informationen fehlen oder Anwendungen im Versorgungsgeschehen eine Black Box bleiben, wird ihre Integration unnötig schwer. Genau deshalb ist diese Episode besonders hörenswert für innovative Ärztinnen und Ärzte, für Menschen aus dem Bereich HealthTech und für alle, die sich ernsthaft mit digitaler Gesundheitsversorgung beschäftigen.
Projektlink: www.implementdiga.de
Publikation: Healthcare effects and evidence robustness of reimbursable digital health applications in Germany: a systematic review
https://www.nature.com/articles/s41746-025-01879-6
Publikation: Evidenzbasierte Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Versorgung mit DiGA im E Health Monitor 2025

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