Als Ärztin oder Arzt für das KI Start-up aiomics gesucht
Im Gespräch mit dem Arzt und Gründer Dr. Sven Jungmann

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Warum Dokumentation für viele zur Belastung wird
Viele Ärztinnen und Ärzte kennen den Moment, in dem man im Stationszimmer sitzt und sich fragt, warum man eigentlich Medizin studiert hat. Die Motivation bestand darin, Menschen zu behandeln und medizinisch zu arbeiten. Im Alltag verbringen wir jedoch sehr viel Zeit damit, Befunde zu sortieren, Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenzutragen und komplexe Dokumentationspflichten zu erfüllen. Diese Arbeit ist notwendig, aber sie nimmt Energie und Fokus und lässt wenig Raum für das, was uns ursprünglich in diesen Beruf geführt hat.
Wie aiomics Ärzt:innen und Kliniken unterstützen will
In der Jobcast Folge bei docsdigital spreche ich mit Dr. Sven Jungmann, der selbst Arzt ist und heute das KI Start up aiomics aufgebaut hat. Sein Ziel ist es, klinische Teams zu entlasten und die Qualität der Informationen zu verbessern. Die KI von aiomics sortiert medizinische Dokumente, erkennt Widersprüche, weist auf fehlende Angaben hin und erstellt zusammenhängende Verläufe mit Zeitachsen. Dadurch entsteht eine klare Übersicht über komplexe Krankengeschichten und ein präziseres Verständnis für die Situation einer Patientin.
Die Plattform ersetzt keine Diagnose und keine Therapieentscheidung. Sie hilft jedoch dabei, vorhandene Informationen so aufzubereiten, dass sie für Ärztinnen, Pflegekräfte und Therapieberufe schnell und sicher nutzbar werden. Genau das fehlt heute in vielen Kliniken.
Warum eine ärztliche Perspektive im Produktteam unverzichtbar ist
D.r Sven Jungmann beschreibt, dass aiomics gezielt eine Ärztin oder einen Arzt im Produktmanagement sucht. Der Grund dafür ist sehr eindeutig. Niemand versteht klinische Prozesse besser als Menschen, die selbst in diesem System gearbeitet haben. Ärztinnen und Ärzte wissen, wo Informationen verloren gehen, welche Abläufe zeitkritisch sind und welche Details im Alltag wirklich relevant sind.
Das Produktmanagement bei aiomics bedeutet nicht die Fortsetzung der klassischen klinischen Tätigkeit. Es bedeutet, Probleme strukturiert zu analysieren, Nutzerbedürfnisse zu verstehen und gemeinsam mit Data Scientists, Designerinnen und Juristinnen Lösungen zu entwickeln. Diese Rolle lebt von klinischer Erfahrung, aber sie erfordert zugleich eine neue Form von Denken und Zusammenarbeit.
Wie der Arbeitsalltag in dieser Rolle aussieht
Die Tätigkeit findet nicht nur hinter dem Laptop statt. Ein großer Teil der Arbeit entsteht dort, wo klinische Abläufe tatsächlich stattfinden. Das bedeutet, dass die Person regelmäßig Kliniken besucht, mit Teams vor Ort spricht, Prozesse beobachtet und Funktionen direkt im Arbeitsalltag testet.
Diese Nähe ist entscheidend, weil nur so ein KI Produkt entsteht, das wirklich entlastet. Die Rolle erfordert daher Offenheit für unterschiedliche Versorgungsstrukturen und Freude daran, Einblicke in verschiedene Einrichtungen zu gewinnen.
Welche Fähigkeiten Ärzt:innen einbringen und weiterentwickeln können
Ärztinnen und Ärzte bringen viele Kompetenzen mit, die im Produktmanagement wertvoll sind. Dazu zählen die Fähigkeit, komplexe Informationen zu strukturieren, ein geschulter Blick für Muster sowie Gesprächsführung und klinische Einschätzung. Vieles ähnelt einer guten Anamnese, nur dass die Aufmerksamkeit nicht auf einzelne Patientinnen gerichtet ist, sondern auf Prozesse, die eine ganze Klinik beeinflussen.
Gleichzeitig braucht es neue Fähigkeiten. Produktarbeit bedeutet, Hypothesen zu testen, Feedback ernst zu nehmen und Lösungen iterativ zu entwickeln. Die ärztliche Gewohnheit, selbst schnell Entscheidungen zu treffen, wird hier durch gemeinsames, strukturiertes Entwickeln ersetzt. Die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus KI, Recht und Design ist für viele neu, eröffnet jedoch eine große fachliche und persönliche Entwicklung.
Warum diese Rolle eine echte Karrierechance ist
Die Medizin verändert sich. HealthTech gewinnt an Bedeutung und viele der größten Herausforderungen liegen genau dort, wo Dokumentation, Informationsqualität und Prozessgestaltung zusammenkommen. Die Rolle bei aiomics bietet die Möglichkeit, klinische Erfahrung auf eine Weise einzusetzen, die weit über einzelne Behandlungsverläufe hinausgeht.
Sie eröffnet Gestaltungsspielraum, bietet Einfluss auf klinische Prozesse und ermöglicht die Zusammenarbeit mit Expertinnen aus verschiedenen Disziplinen. Für Ärztinnen und Ärzte, die offen für neue Wege sind und gleichzeitig nah an der Versorgung bleiben möchten, ist dies ein spannender und zukunftsweisender Karriereweg.

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