ADHS im Erwachsenenalter - Hilft da eine DiGA?
Warum Pharma jetzt auch digital denkt und handelt. Im Gespräch mit Daria Radant von Takeda.

Inhalte von iTunes werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Zustimmen & anzeigen”, um zuzustimmen, dass die erforderlichen Daten an iTunes weitergeleitet werden, und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutz. Du kannst deine Zustimmung jederzeit widerrufen. Gehe dazu einfach in deine eigenen Cookie-Einstellungen.
ADHS im Erwachsenenalter. Warum Pharma jetzt auch digital denkt und handelt
Digitale Gesundheitsanwendungen sind längst in der Versorgung angekommen. Doch während viele Ärztinnen und Ärzte digitale Tools vor allem aus der Perspektive von Start-ups kennen, gibt es eine weitere Entwicklung, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Pharmaunternehmen beginnen, eigene digitale Therapieansätze mitzudenken und in ihre Versorgungsstrategien zu integrieren.
In meinem Gespräch mit Daria Radant, Mitglied des Leitungsteams bei Takeda Deutschland, wird deutlich, warum dieser Schritt für Unternehmen, aber vor allem für Patientinnen und Patienten, ein logischer und notwendiger ist.
ADHS bei Erwachsenen. Eine Diagnose mit veränderten Anforderungen
Die Versorgung erwachsener Menschen mit ADHS bleibt eine der größten Herausforderungen in der Psychiatrie. Die Zahl der Betroffenen ist hoch, die Zahl spezialisierter Praxen dagegen begrenzt. Lange Wartezeiten, knappe Therapieplätze und ein hoher Bedarf an alltagsnahen Interventionsmöglichkeiten prägen den Alltag vieler Patientinnen.
Im Gespräch beschreibt Daria Radant, wie sie die aktuelle Lage wahrnimmt
Eine wachsende Patientengruppe trifft auf ein System, das nicht schnell genug mitwächst. Und genau hier werden digitale Lösungen interessant, weil sie unabhängig von Standort, Wartezeit und Terminverfügbarkeit funktionieren können.
Warum Pharma digitale Wege geh
Traditionell wird Pharma im ärztlichen Alltag vor allem mit Arzneimitteln verbunden. Doch die Anforderungen an moderne Versorgung ändern sich. Viele Erkrankungen, insbesondere im neuropsychiatrischen Bereich, benötigen heute mehr als medikamentöse Unterstützung.
Radant beschreibt es so, Pharmaunternehmen bewegen sich zunehmend in Richtung einer ganzheitlichen Versorgung, weil sie genau dort ansetzen wollen, wo Engpässe entstehen. Digitale Anwendungen dienen dabei nicht als Konkurrenz zur Medikation, sondern als Ergänzung, die Patientinnen aktiviert, informiert und durch den Alltag begleitet.
Für die ärztliche Perspektive bedeutet das digitale Module können Informationslücken schließen und therapeutische Inhalte strukturieren, ohne zusätzliche Personalkapazitäten zu binden.
Digitale Therapieansätze brauchen Qualität und Kliniknähe
Ein zentraler Punkt im Gespräch ist der Hinweis, dass digitale Gesundheitslösungen nicht einfach Leitlinienkapitel als App darstellen dürfen.
Damit digitale Interventionen tatsächlich wirksam werden, müssen sie folgende Kriterien erfüllen
- evidenzbasierte Inhalte
- klinisch relevante Module
- Beteiligung erfahrener Psychiaterinnen, Psychologen und Therapeutinnen
- alltagspraktische Anwendbarkeit für Patientinnen
- klare Abgrenzung zu KI-basierten Lifestyle-Angeboten
Radant betont, dass Entwicklung nur dann Sinn ergibt, wenn ärztliche Expertise und Perspektiven von Betroffenen von Anfang an eingebunden werden.
Für Ärztinnen bedeutet das, nur wenn die digitale Anwendung klinisch anschlussfähig ist, kann sie im Praxisalltag eingesetzt werden. Sei es zur Überbrückung, als begleitende Intervention oder als Baustein eines multimodalen Konzepts.
Digitale Gesundheitsanwendungen und KI. Ein klarer Unterschied
Ein immer häufiger gehörter Satz in der Praxis
„Warum brauche ich eine digitale Gesundheitsanwendung, wenn ich mich auch mit einer KI unterhalten kann.“
Diese Frage begegnet auch mir zunehmend. Radant beschreibt das Spannungsfeld sehr präzise. KI-gestützte Tools sind beeindruckend leistungsfähig, aber sie sind nicht reguliert. Sie sind nicht evidenzbasiert geprüft, verändern sich fortlaufend, folgen keinem transparenten Qualitätsrahmen und unterliegen nicht denselben Datenschutzstandards wie Medizinprodukte.
DiGA dagegen müssen
- eine Studie durchlaufen
- Wirksamkeit nachweisen
- strenge Datenschutzanforderungen erfüllen
- ein klar definiertes Sicherheitsniveau einhalten
Für die Kommunikation mit Patientinnen ist das ein zentraler Punkt. Nur ein Teil der Patientinnen versteht auf Anhieb, warum diese Unterschiede medizinisch relevant sind. Umso wichtiger ist es, diesen Aspekt aktiv anzusprechen.
Was Ärztinnen und Ärzte aus dem Gespräch mitnehmen können
Für den Einsatz digitaler Anwendungen im Praxisalltag bleiben drei Punkte entscheidend
1. Digitale Therapie funktioniert nur mit aktiver ärztlicher Begleitung
Nicht im Sinne von wöchentlichen Terminen, sondern durch Erwartungsmanagement und klare Zielvereinbarungen.
2. Patienten müssen für digitale Interventionen geeignet sein
Besonders im neuropsychiatrischen Bereich entscheidet die Fähigkeit, selbstständig dranzubleiben.
3. Pharma wird digital
Unternehmen wie Takeda suchen neue Wege, Versorgung mitzugestalten, ohne die therapeutische Entscheidungshoheit zu berühren.
Für Ärztinnen eröffnet das die Möglichkeit, digitale Module differenziert dort einzusetzen, wo sie den größten Mehrwert schaffen.

Inhalte von YouTube werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Zustimmen & anzeigen”, um zuzustimmen, dass die erforderlichen Daten an YouTube weitergeleitet werden, und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutz. Du kannst deine Zustimmung jederzeit widerrufen. Gehe dazu einfach in deine eigenen Cookie-Einstellungen.