Wie KI die Arzt-Patient Beziehung verändert -
laut Ethikexperte Dr. Frank Ursin
Ethische Perspektiven, neue Rollen und warum Ärzte bei KI mitreden müssen

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Wie KI die Arzt Patient Beziehung verändert
Künstliche Intelligenz ist längst in der Medizin angekommen. Radiologie, Dermatologie, Kardiologie. Überall dort, wo Bilder ausgewertet werden, setzen erste Ärztinnen und Ärzte bereits KI gestützte Anwendungen ein. Doch was bedeutet das für die Arzt Patient Beziehung und das Selbstverständnis von Ärztinnen und Ärzten.
In einem ausführlichen Gespräch mit Dr. Frank Ursin von der Medizinischen Hochschule Hannover wurde deutlich, dass es neben den Chancen auch viele Fragen gibt. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethik Geschichte und Philosophie der Medizin und hat das Diskursprojekt „Mein Doktor die KI und ich“ geleitet, gefördert vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Mehr Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter Mein Doktor die KI und ich.
Verlust von Menschlichkeit als größte Sorge
Eine der häufigsten Befürchtungen von Ärztinnen, Ärzten und Patientinnen ist der Verlust von Menschlichkeit in der medizinischen Versorgung. KI kann Prozesse beschleunigen und Diagnosen unterstützen. Doch auf der kommunikativen Ebene zwischen Arzt und Patient besteht die Sorge, dass Nähe und individuelle Ansprache verloren gehen könnten.
Automation Bias und die Gefahr zu großer Technikgläubigkeit
Ein zentrales Risiko ist der sogenannte Automation Bias. Ärztinnen und Ärzte neigen dazu, den Ergebnissen einer Maschine mehr zu vertrauen als der eigenen fachlichen Einschätzung. Hinzu kommen mögliche systematische Verzerrungen, etwa wenn Trainingsdaten nicht repräsentativ sind. Deshalb ist es entscheidend, KI Ergebnisse kritisch zu prüfen und transparent zu machen, welche Systeme eingesetzt wurden.
Kompetenzen und Verantwortung
Patientinnen und Patienten wünschen sich, dass am Ende immer ein Mensch die Verantwortung trägt. Ärztinnen und Ärzte wollen ihre Handlungsfähigkeit nicht aus der Hand geben. Das erfordert neue Kompetenzen. Sowohl technisches Verständnis als auch die Fähigkeit, komplexe Ergebnisse verständlich zu erklären.
Patientenperspektive
Viele Patientinnen sind überrascht, was KI heute schon leisten kann. Gleichzeitig wünschen sie sich Wahlmöglichkeiten, zum Beispiel ob eine Untersuchung mit oder ohne KI erfolgen soll. Sie erwarten, dass Ärztinnen und Ärzte gut informiert sind und ihnen verständlich erläutern können, wie ein Ergebnis zustande kommt.
Fortbildung als Schlüssel
Sowohl Bürgerinnen als auch Ärztinnen sehen großen Bedarf an fundierten Fortbildungsangeboten zum Thema KI in der Medizin. Nur wer die Möglichkeiten und Grenzen kennt, kann KI verantwortungsvoll einsetzen.
Fazit
KI kann Ärztinnen und Ärzte unterstützen, aber nicht ersetzen. Die ärztliche Expertise bleibt unverzichtbar, besonders in komplexen oder sensiblen Situationen. Entscheidend ist, dass technologische Entwicklungen gemeinsam mit medizinischem Erfahrungswissen gestaltet werden.
Genau hier setzt docsdigital connect an. Wir vernetzen Ärztinnen und Ärzte mit Unternehmen aus dem Bereich MedTech Healthtech und KI, um Co Kreation zu ermöglichen. Nicht als hohle Phrase sondern als gelebtes Prinzip. Ärztliche Expertise und technische Entwicklung gehören zusammen. So entstehen Lösungen, die ethisch verantwortbar, klinisch sinnvoll und praxisnah sind.
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