Zwischen Faxgerät und Apple Health - Jens Naumann, CEO medatixx über die digitale Arztpraxis

Wie digitale Tools Praxen wirklich entlasten und was heute noch im Weg steht

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Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist überfällig. Ärztinnen und Ärzte wünschen sich längst digitale Unterstützung in ihrem Praxisalltag, aber politische Vorgaben, rechtliche Unsicherheiten und fehlende Finanzierung bremsen immer wieder. Im docsdigital Podcast spreche ich mit Jens Naumann, CEO von medatixx und Vorstandsmitglied des Bundesverbands Gesundheits-IT, über die Frage, wie viel Digitalisierung tatsächlich in den Praxen ankommt und wie wir Ärztinnen und Ärzte davon profitieren können.


Apple Health und die Frage der Regulierung

Im Gespräch macht Jens Naumann einen spannenden Vergleich. Die Apple Health App sei faktisch bereits eine komplette Patientenakte, deutlich strukturierter als das, was wir heute in Deutschland haben. Der entscheidende Unterschied ist, dass Apple außerhalb unserer Regulierung arbeitet, während wir uns in Deutschland bewusst für einen regulierten Weg entschieden haben. Das bedeutet Datenschutz, Sicherheit und rechtliche Klarheit, aber eben auch deutlich längere Prozesse. Für uns Ärztinnen und Ärzte heißt das,  die Technik ist längst da, die Bereitschaft in den Praxen auch, aber die Umsetzung hängt an politischen Entscheidungen.

Künstliche Intelligenz im Praxisalltag

Ein zentrales Thema im Podcast ist die Rolle von KI in der Praxissoftware. Medatixx arbeitet mit dem sogenannten Co-Pilot, der zunächst einfache Supportfragen beantwortet und damit bereits heute rund 40 Prozent aller Anfragen automatisiert löst. Der nächste Schritt wird sein, dass Ärztinnen und Ärzte direkt ihren eigenen Patientendatenbestand abfragen können. Fragen wie „Welche Medikationsänderungen gab es im letzten Jahr bei Herrn Müller“ oder „Welche Patientinnen und Patienten brauchen demnächst eine Vorsorge“ könnten dann in Sekunden beantwortet werden. Zusätzlich entsteht eine Lösung zur Transkription von Arzt-Patienten-Gesprächen, die automatisch in Anamnese, Befund und Therapie strukturiert werden. Für uns Ärztinnen und Ärzte bedeutet das nicht, dass Entscheidungen aus der Hand gegeben werden. Es geht um Unterstützung, um Tools, die uns helfen, nichts zu übersehen und Routinearbeit schneller zu bewältigen.


Was Ärztinnen und Ärzte wirklich brauchen


Im Gespräch wird deutlich, dass wir Ärztinnen und Ärzte längst digital-affin sind. Privat nutzen wir moderne Tools ganz selbstverständlich. In der Praxis stoßen wir jedoch oft auf Grenzen, die weniger mit Technik zu tun haben als mit Regulierung, Finanzierung und Umsetzung. Solange wir IT-Investitionen aus unserem eigenen Einkommen stemmen müssen, während Milliarden im Krankenhausbereich bereitgestellt werden, bleibt die Digitalisierung der ambulanten Versorgung ein Kraftakt. Gleichzeitig sehen wir, dass die Entlastungspotenziale enorm sind – von automatisierter Terminplanung über digitale Anamnese bis hin zu intelligenter Unterstützung bei der Dokumentation.


Blick nach vorn


Für Jens Naumann ist klar, dass wir bis 2030 alle administrativen Prozesse in der Praxis weitgehend automatisieren müssen. Gleichzeitig sollten wir als Ärztinnen und Ärzte im entscheidenden Moment die relevanten Informationen auf Knopfdruck zur Verfügung haben. KI wird dabei unterstützen, nicht ersetzen. Entscheidend ist, dass die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass wir diese Tools auch rechtssicher und praxistauglich nutzen können.

Genau hier setzt docsdigital connect an. Wir vernetzen Ärztinnen und Ärzte mit Unternehmen aus dem Bereich MedTech Healthtech und KI, um Co Kreation zu ermöglichen. Nicht als hohle Phrase sondern als gelebtes Prinzip. Ärztliche Expertise und technische Entwicklung gehören zusammen. So entstehen Lösungen, die ethisch verantwortbar, klinisch sinnvoll und praxisnah sind.


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